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Das Katastrophenschutzverfahren der EU in Zahlen

Das EU-Katastrophenschutzverfahren hilft EU- und Nicht-EU-Ländern, auf Notfälle wie Naturkatastrophen, Gesundheitskrisen oder Konflikte zu reagieren. Die Länder können im Rahmen dieses Verfahrens um Hilfe ersuchen, wenn ein Notfall ihre Reaktionsfähigkeit überfordert.

Das Verfahren wurde 2021 114 Mal und 2020 102 Mal aktiviert gegenüber 20 Mal im Jahr 2019. Die Zahl der Aktivierungen in den Jahren 2020 und 2021 war die höchste in der Geschichte des Verfahrens. Dieser deutliche Anstieg war hauptsächlich auf die COVID-19-Pandemie zurückzuführen.

Weltweite Aktivierungen des Verfahrens im Jahr 2021

Textfassung

Die Karte zeigt die 84 Länder, die 2021 im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens Hilfe erhalten haben. Die meisten Länder stellten ein oder zwei Hilfeersuchen, einige jedoch bis zu vier.

Die Länder sind in drei Kategorien eingeteilt:

  • Aktivierungen im Zusammenhang mit COVID-19
  • Aktivierungen im Zusammenhang mit COVID-19 und andere Arten von Aktivierungen
  • Andere Arten von Aktivierungen

Auf ein Hilfeersuchen eines Landes hin mobilisiert das Zentrum für die Koordination von Notfallmaßnahmen Hilfe oder Fachwissen. Das Zentrum überwacht Ereignisse auf der ganzen Welt rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, und sorgt für eine rasche Bereitstellung von Soforthilfe durch eine direkte Anbindung an die nationalen Katastrophenschutzbehörden.

Auch Satellitenkarten, die vom Copernicus-Katastrophen- und Krisenmanagementdienst erstellt werden, dienen zur Unterstützung der Katastrophenschutzeinsätze.

Im Jahr 2021 ersuchten 84 Länder und eine internationale Organisation (UNICEF) um Hilfe. Von insgesamt 114 Aktivierungen erfolgten 36 innerhalb der EU und 78 außerhalb der EU.

Aktivierung des Verfahrens 2007-2021

Textfassung

Aktivierungen zwischen 2007 und 2021:

  • 18 im Jahr 2007
  • 20 im Jahr 2008
  • 28 im Jahr 2009
  • 28 im Jahr 2010
  • 18 im Jahr 2011
  • 21 im Jahr 2012
  • 16 im Jahr 2013
  • 18 im Jahr 2014
  • 19 im Jahr 2015
  • 26 im Jahr 2016
  • 32 im Jahr 2017
  • 20 im Jahr 2018
  • 20 im Jahr 2019
  • 102 im Jahr 2020
  • 114 im Jahr 2021

In den Jahren 2020 und 2021 wurde das Katastrophenschutzverfahren der EU hauptsächlich zur Bekämpfung von COVID-19 genutzt und umfasste

  • 127 Aktivierungen für persönliche Schutzausrüstung oder medizinische Ausrüstung, Diagnosetests, medizinische Teams, Arzneimittel und Impfstoffe
  • 31 Aktivierungen zur Rückholung im Ausland festsitzender EU-Bürgerinnen und ‑Bürger

Der Mechanismus wurde auch aktiviert, um Länder bei Naturkatastrophen wie Waldbränden, Überschwemmungen, Meeresverschmutzung, Vulkanausbrüchen, extremen Wetterbedingungen und Stürmen zu unterstützen.

Aktivierung des Verfahrens nach Art der Bedrohung 2007-2021

Textfassung

Der Mechanismus wurde zwischen 2007 und 2019 im Durchschnitt jedes Jahr aus folgenden Gründen aktiviert:

  • 6,5 Mal aufgrund von Waldbränden
  • 3,6 Mal aufgrund von Überschwemmungen
  • 2,1 Mal aufgrund von Unruhen, Konflikten, Binnenvertriebenen, Flüchtlingen
  • 1,8 Mal aufgrund von Wetterextremen oder Stürmen
  • 1,6 Mal aufgrund von Erdbeben
  • 1,1 Mal aufgrund biologischer/medizinischer Bedrohungen
  • 0,6 Mal aufgrund konsularischer Unterstützung
  • 0,4 Mal aufgrund von Meeresverschmutzung
  • 0,2 Mal aufgrund von Vulkanausbrüchen
  • 4 Mal aufgrund sonstiger Bedrohungen

2020 wurde das Verfahren aus folgenden Gründen aktiviert:

  • 58 Mal aufgrund biologischer/medizinischer Bedrohungen
  • 27 Mal aufgrund konsularischer Unterstützung
  • 7 Mal aufgrund von Wetterextremen oder Stürmen
  • 3 Mal aufgrund von Überschwemmungen
  • 3 Mal aufgrund von Unruhen, Konflikten, Binnenvertriebenen, Flüchtlingen
  • 2 Mal aufgrund von Erdbeben
  • 1 Mal aufgrund von Waldbränden
  • 1 Mal aus anderem Grund

2021 wurde das Verfahren aus folgenden Gründen aktiviert:

  • 71 Mal aufgrund biologischer/medizinischer Bedrohungen
  • 15 Mal aufgrund konsularischer Unterstützung
  • 9 Mal aufgrund von Bränden
  • 4 Mal aufgrund von Vulkanausbrüchen
  • 4 Mal aufgrund von Meeresverschmutzung
  • 3 Mal aufgrund von Überschwemmungen
  • 2 Mal aufgrund von Unruhen, Konflikten, Binnenvertriebenen, Flüchtlingen
  • 1 Mal aufgrund von Erdbeben
  • 5 Mal aus anderen Gründen

Zwischen 2007 und 2021 wurde das Katastrophenschutzverfahren mehr als 500 Mal aktiviert. In den Jahren 2020 und 2021 gab es fünfmal mehr Hilfeersuchen gegenüber der durchschnittlichen Zahl von Ersuchen zwischen 2007 und 2019. Im Vergleich zu den Vorjahren war eine deutliche Zunahme der Aktivierungen aus biologischen und medizinischen Gründen sowie der konsularischen Unterstützung zu verzeichnen.

Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf die COVID-19-Pandemie zurückzuführen. Im Jahr 2021 trug die konsularische Unterstützung für die Evakuierung von EU-Bürgerinnen und -Bürgern aufgrund von Konflikten ebenfalls zu diesem Anstieg bei.

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