Die Verteidigung der EU in Zahlen
Die Verteidigungsausgaben der EU-Mitgliedstaaten sind zwischen 2021 und 2026 stark gestiegen. Die EU hat eine Reihe von Initiativen eingeleitet, um die individuellen Bemühungen der Mitgliedstaaten zu ergänzen und zu verstärken und um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.
Wie viel geben die EU-Mitgliedstaaten für die Verteidigung aus?
Im Jahr 2025 beliefen sich die Verteidigungsausgaben der Mitgliedstaaten auf 418 Mrd. € und stiegen damit im elften Jahr in Folge an. Die Ausgaben sollen 2026 auf geschätzte 454 Mrd. € steigen. Dies bedeutet, dass die Verteidigungsausgaben im Jahr 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 8,6 % und im Vergleich zu 2021 um 75,3 % gestiegen sind.
Die Verteidigungsausgaben wurden 2025 von 1,9 % im Jahr 2024 auf 2,2 % des BIP der EU-Mitgliedstaaten erhöht. 2026 sollen die Ausgaben 2,4 % erreichen.
Verteidigungsausgaben (2006-2026)
Das Diagramm zeigt den Anstieg der Verteidigungsausgaben der EU-Mitgliedstaaten zwischen 2006 und 2026. Deutlich erkennbar ist ein erheblicher Anstieg der Verteidigungsausgaben zwischen 2020 und 2026.
Verteidigungsinvestitionen nehmen zu
Im Jahr 2025 legten die Verteidigungsinvestitionen außergewöhnlich stark zu. Sie stiegen im Vergleich zu 2024 um 23 % an und erreichten ein Rekordhoch von 134 Mrd. €. Diese Daten deuten darauf hin, dass sich der steigende Trend fortsetzen wird. Im Jahr 2026 sollen die Verteidigungsinvestitionen voraussichtlich auf fast 163 Mrd. € steigen. Dies bedeutet einen Anstieg um 158,7 % gegenüber 2021.
2025 war das siebte Jahr in Folge, in dem die Mitgliedstaaten den gemeinsamen Richtwert von 20 % für Verteidigungsinvestitionen überschritten. 32 % der gesamten Verteidigungsausgaben entfielen auf Investitionen in die Verteidigung, den höchsten jemals verzeichneten Wert. Die Prognosen deuten darauf hin, dass dieser Anteil 2026 weiter auf 36% steigen wird.
Investitionen im Verteidigungsbereich (2006-2026)
Das Diagramm zeigt den Anstieg der Investitionen der EU-Mitgliedstaaten in Verteidigung zwischen 2006 und 2026. Deutlich erkennbar ist ein erheblicher Anstieg der Investitionen im Verteidigungsbereich zwischen 2020 und 2026.
Beschaffung von Verteidigungsgütern
Im Jahr 2025 stiegen die Ausgaben für die Beschaffung von Verteidigungsgütern Vergleich zu 2024 um 26 %, wobei sich die Beschaffungsausgaben insgesamt auf 115 Mrd. € im Jahr 2025 beliefen. Mehr als 85 % der Verteidigungsinvestitionen entfallen auf die Beschaffung von Verteidigungsgütern.
Es wird erwartet, dass die Ausgaben für die Beschaffung von Verteidigungsgütern im Jahr 2026 weiter auf rund 87 % steigen werden.
Forschung und Entwicklung
Die Gesamtausgaben für Forschung und Entwicklung im Verteidigungsbereich, einschließlich aller Zahlungen bis zu den Ausgaben für die Warenproduktion, beliefen sich 2025 auf 17 Mrd. €. Dies entspricht einem Anstieg um fast 31 % gegenüber 2024.
Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung werden 2026 voraussichtlich 20 Mrd. € erreichen.
Quelle und Hinweise zur Methodik
Sämtliche Daten zu den Verteidigungsausgaben der Mitgliedstaaten basieren auf den Zahlen der Europäischen Verteidigungsagentur. Die Zahlen wurden auf- oder abgerundet und in konstanten Preisen von 2025 bereitgestellt, um die Inflation zu berücksichtigen und einen Vergleich über mehrere Jahre hinweg zu ermöglichen.
Weitere Informationen:
Was unternimmt die EU, um die Verteidigungsausgaben zu erhöhen?
Während Sicherheit und Verteidigung weiterhin in die Zuständigkeit der Mitgliedstaaten fallen, ergänzt und verstärkt die EU die individuellen Anstrengungen der Mitgliedstaaten, indem sie sowohl erhöhte nationale Verteidigungsausgaben unterstützt als auch EU-Haushaltsmittel einsetzt.
Eine verstärkte Zusammenarbeit bei Investitionen im Verteidigungsbereich zwischen den Mitgliedstaaten ist von entscheidender Bedeutung. Neben Kosteneinsparungen kann sie dazu beitragen, verfügbare Mittel effizienter zu nutzen.
Die EU-Verteidigungsinitiativen bieten eine Plattform für verstärkte Zusammenarbeit mit zusätzlichen Finanzierungsanreizen und damit die Möglichkeit, die Effizienz der gesamten Investitionen im Verteidigungsbereich erheblich zu verbessern. Langfristig können die Mitgliedstaaten mit interoperableren und weniger fragmentierten Fähigkeiten ausgestattet werden.
Unterstützung für die Verteidigungsausgaben der Mitgliedstaaten
Die EU hat mehrere Initiativen ergriffen, um die Mitgliedstaaten bei der Erhöhung ihrer Verteidigungsausgaben noch stärker zu unterstützen.
Neben anderen Initiativen leistet die EU über einen Darlehensmechanismus (Instrument für Sicherheitsmaßnahmen für Europa oder SAFE) befristete finanzielle Soforthilfe in Höhe von bis zu 150 Mrd. € und räumt den Mitgliedstaaten mit der Beantragung der Aktivierung der nationalen Ausweichklausel zusätzliche Haushaltsflexibilität ein.
Außerdem arbeiten die EU-Mitgliedstaaten im Bereich Sicherheit und Verteidigung im Rahmen der Europäischen Friedensfazilität zusammen. Sie soll die EU besser in die Lage versetzen, Konflikte zu vermeiden, Frieden zu schaffen und zu erhalten und die internationale Sicherheit und Stabilität zu stärken. Ihre finanzielle Obergrenze liegt derzeit bei 17 Mrd. €.
- Gemeinsame Beschaffung von Verteidigungsgütern
- Nationale Ausweichklausel für Verteidigungsausgaben
- Europäische Friedensfazilität
Verteidigungsausgaben der EU
Die EU hat bereits mehrere Initiativen im Rahmen des EU-Haushalts ergriffen, um die Investitionen der Mitgliedstaaten im Verteidigungsbereich zu ergänzen. Die Ausgaben im Rahmen des EU-Haushalts umfassen:
- 8,8 Mrd. € im Rahmen des Europäischen Verteidigungsfonds zur Förderung von Forschung und Entwicklung im Verteidigungsbereich
- 1,7 Mrd. € zur Unterstützung von Projekten im Bereich der militärischen Mobilität im Rahmen der Fazilität „Connecting Europe“
- 300 Mio. € zur Unterstützung der gemeinsamen Beschaffung im Verteidigungsbereich
- 500 Mio. € zur Förderung der Munitionsproduktion
- 1,5 Mrd. € im Rahmen des Programms für die Europäische Verteidigungsindustrie
Verteidigungsbereitschaft der EU
Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit
Eine stärkere und leistungsfähigere Europäische Union im Bereich Sicherheit und Verteidigung wird die industrielle und technologische Wettbewerbsfähigkeit Europas steigern. Die Integration der industriellen Kapazitäten zwischen den Mitgliedstaaten ermöglicht Größenvorteile und senkt die Kosten.
Umsatz der Verteidigungsindustrie
Im Jahr 2024 erzielte die europäische Verteidigungsindustrie einen Umsatz von 183,4 Mrd. €, was einem Anstieg um 13,8 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Das Diagramm zeigt den Umsatz im Verteidigungsbereich in Europa zwischen 2021 und 2024:
- 2024: 183,4 Mrd. €
- 2023: 161,1 Mrd. €
- 2022: 136,7 Mrd. €
- 2021: 123,8 Mrd. €
Dieser Wachstumstrend zeigte sich in allen drei Schlüsselsektoren:
- Militärische Luft- und Raumfahrt: 74,9 Mrd. € Umsatz (+ 13,6 %)
- Marine: 43,2 Mrd. € (+ 13,6 %)
- Heer: 65,3 Mrd. € (+ 14,3 %)
2024 erreichten die europäischen Ausfuhren von Militärgütern einen Wert von 60 Mrd. €, was einem Anstieg von 2,1 % gegenüber dem Jahr 2023 entspricht.
Arbeitsplätze im Bereich Verteidigung
Im Jahr 2024 war in der europäischen Verteidigungsindustrie ein erheblicher Beschäftigungszuwachs zu verzeichnen, wobei die Gesamtzahl der Arbeitsplätze 633 000 erreichte. Das entsprach einer Zunahme von 8,6 % gegenüber dem Vorjahr.
Das Diagramm zeigt die Arbeitsplätze im Bereich Verteidigung in Europa zwischen 2021 und 2024:
- 2024: 633 000
- 2023: 582 710
- 2022: 539 914
- 2021: 526 790
Etwa 240 000 dieser Arbeitsplätze entfielen auf den Sektor der militärischen Luft- und Raumfahrt; 393 000 waren es zusammengenommen in den Sektoren Heer und Marine.
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) spielen in den komplexen Lieferketten im Verteidigungsbereich in Europa eine zentrale Rolle. Derzeit gibt es mehr als 2500 KMU in der europäischen Verteidigungsindustrie.
Quelle und Hinweise zur Methodik
Alle Daten über den Umsatz und die Arbeitsplätze im Bereich Verteidigung beruhen auf den Zahlen des Europäischer Verband der Luftfahrt-, Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie, dem 20 EU-Staaten sowie das Vereinigte Königreich, Norwegen und die Türkei angehören. Die Zahlen wurden auf- oder abgerundet, um Wechselkursschwankungen und unterschiedliche statistische Erfassungsmethoden zu berücksichtigen.
Weitere Informationen:
Siehe auch
EU-Mittel für Verteidigung
Gemeinsame Beschaffung von Verteidigungsgütern
Nationale Ausweichklausel für Verteidigungsausgaben
Letzte Überprüfung: 17. Juli 2026